Warum ich Freie Rednerin geworden bin…
Eine nicht ganz so lange, vielleicht auch gar nicht so spannende Geschichte – aber mein Weg zu dem, was ich heute von Herzen gerne mache.

Es war im März 2023 schon – eigentlich viel zu lange her! – da hab ich einen lieben Bekannten verabschieden müssen. Und da hab ich das erste mal eine Trauerfeier mit einem Freien Redner erlebt.
Auf die Frage, ob der Redner denn schon öfters mal mit dem Verstorbenen ein Weinchen auf der Terrasse getrunken hätte hat mir die Witwe geantwortet: „Nein, wir haben uns nur einmal getroffen, da war mein Mann schon tot.“
Ja, ich war beeindruckt, wollte das auch können und hab den Freien Redner kontaktiert.
Er hat mir damals abgeraten von einer Ausbildung und so hab ich mich nicht so recht dran getraut.
Im Juli 2024 ist dann – ohne jede Vorwarnung, aber 87 Jahre alt – mein Papa verstorben.
Sonntag haben wir noch seinen Geburtstag gefeiert, Donnerstag lag er an einem Herztod verstorben in seiner Garage.
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Ich hatte großes Glück, der Pfarrer, der uns an diesem Abend besucht und auch die Beisetzung durchgeführt hat, hat mich trotz der typisch Kirchlichen Abläufe und Lesungen – mein Papa hatte das bereits vorbereitet und niedergeschrieben, es sollte sein Konfirmationsspruch verlesen werden, die Lieder hatte er ebenfalls längst ausgesucht – mitgenommen, mir noch einen letzten ganz anderen Blick auf meinen alten Herrn gezeigt.
Dafür bin ich bis heute sehr dankbar und hab das als Anstoß genommen, mir doch eine Ausbildung zur Trauerrednerin bzw. dann eben doch zur Freien Rednerin zu suchen.
Wenn ich heute darüber nachdenke, würde ich weiter zurückgehen und sagen, schon die Tatsache, dass ich im Jahr 2017 die Verabschiedung meiner Oma im Friedwald mit meiner Tante vorbereitet und gestaltet habe und das Gefühl, damit einen letzten, liebevollen Dienst erwiesen haben zu können, waren meine allerersten Schritte in diese Richtung. – DANKE
